| |
Die Vereinschronik der
"ISLINGER MUSIKANTEN" |
|
200 Jahre Goldene Klänge im Golddorf Isling
Ein Dorf voll Musik und Poesie
200jähriges Bestehen - das bedeutet mehr als "Gründungsjubiläum" und mehr als "200 Jahre Musikverein Isling". Dahinter stehen 200 Jahre Dorf- und Kulturgeschichte. Es ist ein Fest der gesamten Bürgerschaft, denn es weist auf 200 Jahre Lebensstil. Da offenbart sich die Sprache von Isling, seine Seele, denn Musik gehört zu Isling wie seine schönen alten Linden und die Geselligkeit seiner Bürger. Völlig zu Recht befand im Jahre 1982 anlässlich des 175jährigen Geburtstages des Musikvereins der damalige Regierungsbezirks-Vorsitzende Hans Welscher: "Der Jubelverein hat ... das liebenswerte Bild der Gemeinde Isling mitgeformt." Dies zeigt sich in der Verbundenheit mit der Kirche und den Vereinen, deren Feierlichkeiten und Feste er seit 200 Jahren verschönt hat - vom kleinen aber feinen Gartenfestchen im "Zimmer-Garten" (bei J. Weberpals) über die zahlreichen Prozessionen bis zum mehrjährigen, stolzen Vereinsjubiläum, dies zeigt sich von Neujahr und Sebastiani bis Weihnachten. Dies beweisen die Protokolle, die lückenlos darüber berichten, wie der Musikverein in all den Jahren die Bürger erfreut und sie in ihrem Leben begleitet hat: von der Kommunion über die Hochzeit und die runden Geburtstage bis zur letzten Ruhe. Otto Schuhmann, Landtagsabgeordneter hat sich in seinem Grußwort zu jenem Jubiläum diesen Erkenntnissen angeschlossen und festgestellt, "Musikvereine erfüllen eine große Kulturaufgabe". Denn die Musiker waren und sind es, die zur Brauchtumspflege ebenso entscheidend wie liebevoll beigetragen haben. Und umgekehrt wird der Musikverein von den Islinger Bürgern getragen. Sie stehen zu ihm, halten ihm die Treue, unterstützen ihn - durch ihre Begleitung, ihren Beifall und den Nachwuchs, den sie ihm zur Verfügung stellen. Schuhmann ergänzt, dass gerade in Isling der Gemeinschaftsgeist und der Zusammenhalt immer besonders groß geschrieben worden seien, das zeigten auch die Erfolge im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Und der damalige Dirigent Herbert Mahr resümierte zum gleichen Anlass richtig: "Aus Isling wäre der 1.Kulturträger, der Musikverein, einfach nicht mehr wegzudenken." Die Musik trug wesentlich zur Entfaltung und Vertiefung eines besonderen Heimatgefühls bei. Das beweisen Gäste, die immer wieder gerne von weither nach Isling kommen. Das beweisen ehemalige Islinger Bürger, die auch noch nach Jahren seit ihrem Wegzug ihr Isling lieben - wie z.B. der Marktzeulner Günther Denscheilmann, dem an dieser Stelle für das wiederholte Zur-Verfügung-stellen seines umfangreichen, gut gepflegten "Islinger Archives" herzlich gedankt sei. Und diese heimatlich-gesellige, angenehme Atmosphäre bestätigt der aus dem nahen Oberlangheim kommende Verfasser dieses Rückblickes, der sich heute seit rund 30 Jahren in Isling wohl und wie zu Hause fühlt und sich gerne dankend erinnert, dass Isling an seiner Entwicklung überaus positiv beteiligt war und noch ist.
In solch einem Umfeld gedeihen Charaktere, Originale, Dirigenten, Individualisten. In dieser Atmosphäre entwickeln sich Musikalität, Begeisterung und der stete Nachwuchs. Unter all den genannten Aspekten kann das Ziel des Verfassers nur jenes sein, den Musikverein eingebettet in das Dorfleben der vergangenen 200 Jahre darzustellen. Und wer den Verfasser kennt, weiß, dass er dies in seiner eigenen Sprache macht, die nicht jene des aufzählenden Bericht-schreibers ist.
Dass in Isling schon vor 200 Jahren - und wie man annehmen darf, schon vorher - Musik gemacht wurde, spricht für die Musikalität der Islinger ebenso wie für ihren Sinn für Gemeinschaftlichkeit und Lebensfreude. Und die Freude an und aus der Musik ist heute im Jubiläumsjahr in Isling ungeschmälert anzutreffen. Die Musikkapelle ist unverändert ein wesentlicher Teil von Isling, in ihr schlägt das Islinger Herz. Sie kennt keine Nachwuchssorgen, und die Bürger sind die ersten Fans der Islinger Musikanten und begleiten diese mit berechtigtem Stolz zu den zahlreichen Auftritten. Und stolz sind die Islinger anlässlich des Jubiläums insbesondere auch auf ihre Vorfahren, die sich vor 200 Jahren zusammengetan und den Musikverein in's Leben gerufen haben.
Zur Islinger Frühgeschichte
Wenn dieser Rückblick im Folgenden im bescheidenen Maß und mit dem Vorgehen des Laien auf die Geschichte Islings und ihres Musikvereins eingeht, dann mag der eine oder andere ältere Leser dem Verfasser vorhalten, dass er das so oder so ähnlich schon einmal gelesen habe. Das ist richtig! Aber: die letzte Festschrift des Musikvereins stammt aus dem Jahre 1982. Eine neue Generation und damit neue junge Leser sind hinzugekommen. Es erscheint daher gerechtfertigt, historisch interessante Fakten und Begebenheiten zu wiederholen - zumal anlässlich eines seltenen 200jährigen Bestehens - und in Würdigung der gesellschaftlichen Verflechtung des Kulturträgers Nr. 1. Um hervorzuheben, wie vor Jahren über beachtenswerte Dinge gedacht und mit welcher Sprache diese im Laufe der Zeit dargestellt bzw. bewertet wurden, verwendet der Autor dieses Aufsatzes öfters (in Anführungszeichen gesetzte) Zitate aus den Protokollbüchern und sonstigen Schriften.
Im Namen "Isling" wird bereits die lange Geschichte dieses Dorfes deutlich, auf die die Islinger stolz sein können. Die Endung "ing" besagt, dass Isling zu den über 1000jährigen "Ing"-Siedlungen gehört. Der Name Isling entstand aus dem Personennamen Islo (der erste Ansiedler soll ein Graf Islo gewesen sein - der Flurname "Burg" könnte auf seine ehemalige Burg hinweisen) und eben dem "ing". Aufgrund der Namensgebung ist die (offenbar seiner Zeit politisch bedingte) Gründung Islings schwäbischen Siedlern zuzuschreiben. Der Begriff "Schwaben" (von Sueben) bezeichnet eine Volksgruppe, deren sich wandelndes Gebiet sich damals über den heutigen bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und den württem-bergischen Raum weit hinaus erstreckte. Gutes schwäbisches Blut ist in Islinger Adern also nicht erst geflossen, seit die aus dem württembergischen Hittelkofen bei Bad Waldsee (Region "Bodensee-Oberschwaben") stammende Hanne Schütz den Werner, den heutigen Dirigenten, geboren hat. Der Ort Isling wird erstmals im Jahre 951 in einer Urkunde des damaligen Königs Otto I. (deutscher König von 936-973) erwähnt. Mit dieser Urkunde gibt König Otto einem Herrn "Marquart, Vasallen seines Bruders Heinrich, den demselben vorher gerichtlich entzogenen Besitz in Itzling zurück." (Vasall war s. Zt. ein Gefolgsmann, Dienstmann).
Die Pfarrei Isling wird - wie auch Uetzing - zu den sogenannten Slawenpfarreien gerechnet. Sie wurden auf Befehl Karls des Großen in der Zeit zwischen 793 und 810 im Rahmen seiner Missionierungstätigkeit gegründet. Ihr Patron ist - wie für die meisten Slawenkirchen üblich -Johannes der Täufer. Im Jahre 1007, dem Jahr der Gründung des Bistums Bamberg, das im Jahr 2007 sein 1000jähriges Bestehen feiert, erscheint Isling - ursprünglich dem Bistum Würzburg zugehörig - unter "den Grenzorten des Bistumssprengels von Bamberg". Im 12. Jahrhundert gehörte Isling (so Ludwig Gernhardt, München) zum Besitze des Bertold von Andechs und Plassenburg, der sich seit 1973 Markgraf von Istrien nannte (so auch erwähnt in "Langheim, Ferdinand Geldner"). Im Verlauf dieses Jahrhunderts erwarb bereits das im Jahre 1132 vom Bamberger Bischof Otto I. gegründete Kloster Langheim Güter und Rechte in Isling. Ein Graf Poppo von Andechs-Meranien und seine Gemahlin schenkte in dieser Zeit "zum Seelenheil ihrer Eltern die Güter (Ober-)Langheim, Swinsberg und Witindorff (bei Isling - spätere Namen Widemar bzw. Weidmar. Eine Urkunde des Pabstes Innozent IV vom 4.7.1249 bestätigt dem Kloster u.a. "Eigenbauhöfe Widendorf" und "Besitzungen in und um ...Isling...". Die Islinger Bauern waren mit dem Kloster nicht immer zufrieden. Ferdinand Geldner schreibt, dass "Islinger Bauern 1492 die schuldigen Fronden (Frondienste) verweigerten. Besonders die ... ungerechtfertigte Erhöhung des Handlohnes (geldlicher Ersatz für nicht erbrachte Frondienste) erregte starken Unwillen." Dem Kloster verdankt Isling allerdings Vieles, vermutlich auch die Entstehung der (ursprünglichen) Schule (hinter der Kirche). Sie soll im Jahre 1810 errichtet worden sein. Gegen 1870 bewegte sich die Schülerzahl im Schulsprengel Isling gegen 320. Im Jahre 1903 wurde das heutige Schulhaus gebaut.
Wenn man den mittelalterlichen Zeitbogen vom 5. Jahrhundert bis gegen 1500 spannt, dann muss sich Isling zu Klosterzeiten zu einem bedeutenden Zentrum der umliegenden Ortschaften entwickelt haben, denn zahlreiche Aufzeichnungen - wie jene, die das Recht betreffen, Handel und Handwerk zu betreiben und zu brauen - verweisen auf mittelalterliche Ursprünge. Aus dieser Zeit rührt auch das Markrecht, das vielen Islingern noch bekannt ist und durch den Stand vom "Hut-Pabst" noch in den letzten Jahren auf dem "Marktplatz" erlebbar war.
Im Jahr 1314 wurde die Pfarrei Isling von "Bischof Wulfing von Stubenberg...dem Kloster inkorporiert" (einverleibt) , das heißt, Langheim erhielt die Patronatsrechte. "Isling blieb bis zur Säkularisation in ungestörtem Besitz Langheims und wurde in den letzten Jahrhunderten von Langheimer Conventualen pastorisiert" (von Klostergeistlichen betreut). "Das Kloster war Grund-, Vogtei, Dorf- und Zehntherr in Isling. Die Friedhofskapelle wurde auf Veranlassung des Abtes Stephan Mösinger erbaut." Chor und Vorchor mit Turm der Islinger Pfarrkirche stammen wohl aus vorlangheimischer Zeit. 1724 ließ Abt Gallus Knauer die Kirche umbauen bzw. vergrößern. An der Südseite befindet sich das Grabmal des 1803 verstorbenen letzten langheimischen Pfarrers. "Nach einem verheerenden Brand 1802" und eben der Säkularisation (= Verweltlichung des Denkens und Lebens, Enteignung der kath. Kirchen) hat der Kurfürst von Bayern 1803 das Kloster aufgelöst und seinen Besitz verstaatlicht. Im Jahre 1673 war übrigens die Kirche unter Pfarrer Bayer zur Skapulierkirche erhoben worden. Am 17. 9. 1925 "hielt der neu ernannte Hochw. Herr Pfarrer Kohlbauer, früher in Trieb, dahier seinen Einzug, zur größten Freude der hiesigen Pfarrgemeinde, die alles aufbot, ihrem neuen Seelenhirten den gebüh-renden Empfang zu bereiten. ...wurde unter dem Geläute der Glocken und unter Gesang mit Musikbegleitung durch den ... gezierten Ort zum schön geschmückten Gotteshause gezogen, wo der neue Seelsorger zum ersten Male zu seinen Pfarrkindern sprach und zwar in einer Weise, welche wohl jede Bangigkeit und jede Angst verscheuchte... Es dürfte wohl allen zur Gewissheit geworden sein, dass ein Priester, wenn er solch herzinnige Worte findet, auch ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers sein muß" (Stadtarchiv Lichtenfels) - und das muss er wohl gewesen sein, denn nach ihm wurde der ehemalige Markt-Platz benannt und die älteren Bürger sprechen heute noch voller Hochachtung von ihm.
Die Zeit um 1807 und die Vereinsgründung
Versetzen wir uns nun aber in das Jahr 1807. Nach vorhergegangenen Kriegshandlungen (Preußen kämpfte mit Russland gegen Napoleon's Frankreich und unterlag) wird der "Friede von Tilsit" geschlossen, dem umfassende Reformen folgen. Bayern stand zu dieser Zeit auf der Seite Frankreichs und war am 1.1.1806 - dank Napoleon I. - zum Königreich erhoben worden. Regent (bis 1825) wurde König Maximilian I. Joseph. In Lichtenfels wird eine so genannte "Landwehr" (eine militärische Organisation) aufgebaut. Die Stimmung im Dorf Isling ist gut. Die Herrschaft und der Einfluss des Klosters Langheim sind seit etwa 4 Jahren zu Ende. Die eigenen Kräfte und Fähigkeiten sind mobilisiert und tragen Früchte. Ein neues Eigenständig-keits- und Lebensgefühl machen sich in der auf gut 200 Einwohner angewachsenen Gemeinde breit. Die mehrstöckige Tanzlinde ist prächtig gewachsen und hat schon die ersten "Auftritte" erlebt, denn sie hat bereits gut 200 Jahre (oder mehr?) auf ihrem stattlichen "Buckel". Michael Haselmann schreibt im Jahre 1994 in einem Bericht über das Lindenfest von der "über 400jährigenTanzlinde...". Es können aber auch etliche Jahre mehr sein! Der Islinger Fritz Zapf schätzt sie heute auf etwa 600 Jahre - und das wäre auch nicht so abwegig. Man erinnere sich an einen Beitrag des Bayerischen Rundfunks im Jahr 2001, der u. a. in Isling einen Film über Tanzlinden drehte und über die Biologie der Linde berichtete: "300 Jahre kommt sie, 300 Jahre steht sie und 300 Jahre geht sie. Wenn man das Leben dieser Linde beobachtet hat und davon ausgeht, dass sie von Mönchen des Klosters Langheim gepflanzt wurde und dass die Islinger Pfarrkirche im Jahr 1314 Langheim kolportiert (einverleibt) wurde, dann sich durchaus ein höheres Alter vorstellen.
Im Schatten dieser schönen Linde hat man sich gewiss schön öfters niedergelassen, einen Plausch gepflegt, geflirtet, gesungen und haben wohl einige Musiker in loser Vereinigung Musik gemacht. Und dazu hat man zu vorgerückter Stunde getanzt, und die Musiker sahen, wie sie die Herzen der Islinger erfreuten und hatten ihrerseits ihre Freude. Und weil Geselligkeit den Islingern schon damals zu eigen war und die Musik "im Islinger Blut" lag, beschloss man an einem solchen schönen Abend des Jahres 1807, sich in einem Verein zu formieren. Weitere musikalische Leute wurden animiert und schlossen sich den Musikern an. Kirchenmusik (zu Gottesdiensten und Prozessionen) hatte man in der Pfarrei Isling, die wie schon erwähnt älter ist als das Bistum Bamberg, vermutlich schon seit Generationen gemacht und ab und sicher auch ein Ständchen zu einem runden Geburtstag dargeboten. Und weil es seiner Zeit auch Idealisten gab, so wurde in Jörg Schnapp der erste Vorstand des "Musikpersonals 1807" gefunden. Dank der Mithilfe durch Geistl. Rat Schrimpf, der Einsicht in die alten Kirchenbücher gewährte, Lehrer Baier und der Vorstandschaft konnte die Festschrift des Jahres 1972 anhand einer lückenlosen Dokumentensammlung das Bestehen des Vereins - einem der ältesten im Landkreis - seit dem Jahr 1807 darstellen. Einen wertvollen Anstoß und Beitrag hat hierzu wohl auch der geschichts-interessierte, heimatverbundene Günther Denscheilmann - damals Schriftführer und Posaunist - geliefert. Sein eigenes wertvolles "Isling-Archiv" und seine Aufzeichnungen und Erinnerungen sprechen dafür. Die genannten alten Dokumente (Kirchenaufzeichnungen, Quittungen, Rechnungen) belegen, wie die Musikkapelle seit ihrer Gründung kirchliche Anlässe und andere Festlichkeiten musikalisch gestaltet hat. Wie oft die Musiker gerade kirchliche Feiern begleiteten, beweisen zahlreiche Quittungen für "Marien-dreißiger, Engelämter, Jahrtage", sonstige Gottesdienste und Prozessionen. Da bestätigt z.B. eine Quittung vom 1.9.1808 - die Zeit 1807/8 betreffend: "4 Gulden, 30 Kreuzer für 8 Marien-dreißiger und einen Jahrtag sind mir ... vom Gotteshauß Ißling aus der Kirchenadministration zu Lichtenfels richtig bezahlt worden. Gez. Jörg Schnapp". Wie bekannt und anerkannt die Musikkapelle Isling bereits 1807 war, zeigt die Auszahlung durch die Kirche in Lichtenfels. Man bedenke, dass Lichtenfels - über 12 entfernt, für damalige Verkehrsverhältnisse recht ordentlich - die Islinger Musiker eigens orderte. Im Jahr 1860 beliefen sich die Entgelte für die kirchlichen Musikbeiträge in Isling bereits auf 12 Gulden, 9 Kreuzer. Von der guten Klang-qualität zeugen Dokumente aus den Jahren 1812/13, und sie bekunden, dass die Islinger vom 25 km entfernten Kronach für kirchliche und andere Feiern angefordert wurden. Dagegen war der Durchzug Kaiser Napoleon's I. im Rahmen seines Russland-Feldzuges im Frühjahr 1812 durch den Mainkreis über Würgau für die Islinger gewiss von untergeordneter Bedeutung.
Es darf angenommen werden, dass sich die Musikkapelle im Jahr 1818 schon gut etabliert hatte, sodass sie anlässlich der "Bildung der selbständigen Gemeinde Isling" entsprechend aufspielen konnte. Isling hatte damals 233 Einwohner.
Erfolg und die Freude und Identifikation an und mit der Musik und ihren Zielen motivieren: es gab immer wieder kompetente Leute, die sich der Verantwortung für den Verein stellten, so in den Jahren 1832 die Herren R. Hofmann, R. Weberpals und J. Mahr, in 1857 Lorenz Mahr, in 1877 J. Keller, Eugenie Keller, Chr. Schnapp, J. Mahr und L. Weberpals. Das Vereinslokal war wohl damals schon bei Georg Denscheilmann, denn 1903 beschloss man, es beizubehalten. Die Musiker waren offenbar fleißig und konnten mit erweitertem Repertoire aufwarten, sodass sie im darauf folgenden Jahr einen Ball abgehalten haben, der sicher ebenso zur Freude der Islinger wie zur Kräftigung der Vereinsfinanzen gedacht war. Die Musiker, die seiner Zeit unter dem Namen "Kapelle Fischer" auftraten, was vom Namen des Dirigenten hergerührt haben dürfte, erhielten zusammen die Gage von 25 Mark. Und zünftige "Ballmusik" haben sie auch auswärts gemacht, so im September 1910 in Roth im Auftrag des dortigen Geflügelzucht-vereins. Immerhin 500 Einladungskarten wurden dazu verteilt. Spätestens hier wird klar, dass sich die Kapelle nicht nur überwiegend kirchenmusikalisch betätigte, sondern bei zahlreichen Auftritten in Festzügen und bei Vereinsfesten wie auch als Tanz- und Unterhaltungskapelle zu gefallen wusste - genauso, wie man sie heute kennt, die Islinger Musikanten. Für die Jahre 1910 bis 1933 zeichnete J. Mahr für den Verein verantwortlich. Die Versammlung wurde zu dieser Zeit jeweils mit einem Hoch auf Prinzregent Luitpold geschlossen ("Prinzregent", weil Luitpold in 1886 nach König Ludwig II. stellvertretend die Regentschaft übernahm). Und wenn das Protokoll vom 27.12.1903 von einem "Hoch auf unseren Protektor Prinzregent Luitpold" spricht, dann beweist das, dass die Islinger Musiker ein öffentlich anerkannter Verein waren (Protektor = Schutzherr, Förderer).
Im Sommer 1928 zeigt sich - wieder einmal - die Verbundenheit des Musikvereins und den Vereinen anlässlich des 25-jährigen Stiftungsfestes der Soldatenkameradschaft: "die verstärkte Musikkapelle Isling erntete viel Beifall".
Die Zeit ab 1939 und die "Wiedergründung"
Von den Kriegsjahren ab 1939 blieb natürlich auch die Islinger Musikkapelle nicht unberührt. Der größte Teil der aktiven Musiker musste Kriegsdienst leisten. Doch ließen es sich die daheim geblieben Musikanten - nach 1945 noch 10 an der Zahl - nicht nehmen, kirchliche Anlässe (und gewiss auch die eine oder andere kleinere weltliche Feier) musikalisch zu umrahmen. Augen- und Ohrenzeugen bestätigen dies. Offiziell aufgelöst wurde der Verein offenbar zu keiner Zeit. Der 12. April 1945 haftet den Islingern in besonders düsterer Erinnerung. Der Bericht über diesen "schwarzen Tag" wurde in den letzten Jahren insbesondere durch das "Auspacken" von Zeitzeugen ergänzt und soll hier nicht nochmals wiederholt werden. Infolge Artilleriebeschuss wurden zahlreiche Anwesen und mit ihnen das Vereinslokal Denscheilmann ein Raub der Flammen. Damit wurden auch sämtliches Notenmaterial und weitere Unterlagen des Musikvereins vernichtet. Vermutlich haben befreundete Musikkapellen den Islingern Notenmaterial (zum Abschreiben) zur Verfügung gestellt und konnte man das eine oder andere Stück aus dem Gedächtnis wiedergeben, sodass die Musikkapelle - durch heimgekehrte Kriegsteilnehmer verstärkt - laut den Aufzeichnungen bereits im Jahr 1946 wieder öffentlich (im größeren Rahmen) aufzutreten vermochte. So konnte die Kapelle in ununterbrochener Reihenfolge wieder viele Feste in Isling und außerhalb gestalten: z.B. in Altenkunstadt, wo sie 1953 und 1958 die Vereinsfeste des RV Concordia verschönerte. Das Spielen "bei kulturellen Veranstaltungen und Festlichkeiten aller Art" seit 1946 bestätigt neben anderen Vereinen und Behörden auch die Gemeinde Altenkunstadt zur 175-Jahrfeier des Musikvereins Isling. Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1950 nennt anlässlich des 75-jährigen Feuerwehrjubiläums ("schönstes Heimatfest") neben anderen Vereinen die "Musikkapelle Isling". Auch beim 50-jährigen Gründungsfest der Soldatenkameradschaft wurden wieder die Islinger Musiker tätig: "die verstärkte Musikkapelle Isling konnte für eine Gage von 400 D-Mark" gewonnen werden.
Aus den Zeitungsberichten und Protokollen kann gefolgert werden, dass sich der Musikverein im Jahre 1959 in Isling und Umgebung musikalisch wieder voll etabliert zeigte. Kriegsbedingt waren die Satzung und Vereinsunterlagen vernichtet und bedurften, wie sonstige Statuten und sicher auch die (unvollständige Vorstandschaft, der Erneuerung und Konstituierung. Aus diesen Gründen erfolgte im Rahmen einer Neugründungsversammlung am 4.6.1959 und einer Folgeversammlung im Dezember die "Wiedergründung" des Vereins mit dem Ziel, wie anzunehmen ist, in erster Linie den formalen Rahmen wieder herzustellen, die neue Vorstand-schaft und neue Vereinsbeiträge zu bestimmen. Immerhin waren bereits wieder 22 aktive Musiker anwesend. Zum 1. Vorstand wurde Hans Kunzelmann, zum Schriftführer Hilmar Ebitsch und zum Kassier Mahr Alfons gewählt. Das Amt des Dirigenten bleibt weiter in den "bewährten Händen von Michael Mahr".
Das aktive Vereinsleben ab 1960 und die Verflechtung im Golddorf Isling
Wieder "in guten verantwortlichen Händen" spielte die Musikkapelle in den Folgejahren frisch und erfolgreich auf. So hat sie bereits im Jahr 1960 Festzüge bzw. Kriegerfeste in Kösten, Wolfsdorf und Uetzing und ein Feuerwehrfest in Altenbanz musikalisch begleitet. Als "größter Auftritt wurde das Mitwirken am Lichtenfelser Schützenfest als "Metzgerburschenkapelle" und "das Mitwirken beim Faschingsball der Metzger im Bergschloss" gelobt. Und die künftigen Jahresberichte zu den jährlichen Versammlungen sind sehr inhaltsreich bezüglich der Aktivitäten der Islinger Musiker: seien es nun die Begleitung kirchlicher Feste in Isling und Umgebung oder die Wallfahrt nach Maria Glosberg oder sei es das erstmals durchgeführte Erntedankfest, zu dem die Islinger Musiker erfreuten. Runde Geburtstage, jede Menge Vereinsjubiläen, Kirchweihen u. a. füllen das Programm. Der erfolgreiche Besuch von Bezirksmusikfesten motiviert die Musiker immer wieder auf's Neue. Und sie waren gefragt, die Islinger Musiker, und zwar derart, dass sie sich wiederholt zu Fronleichnam "teilen" und in mehreren Orten zugleich die Prozession begleiten mussten. Im Jahr 1961 findet wieder - wie in vielen weiteren Jahren - ein Kappenabend bei Weiß statt. Im gleichen Jahr hält man die erste Weihnachtsfeier seit der Neugründung. "Das früher zur Tradition gehörende Neujahrsspielen erfuhr seine Wiedergeburt, welches bei der Bevölkerung mit großem Beifall aufgenommen wurde."
Einen musikalischen Höhepunkt verdiente sich dank guter Vorbereitung die Kapelle mit der Teilnahme an den Bundesbezirksmusikfesten in Kulmbach und Buchbach im Jahre 1963. Unter der ausgezeichneten Regie ihres Dirigenten Michael Mahr erspielten sich die Musiker auf beiden Veranstaltungen jeweils den 1. Rang in der Unterstufe. Dieses motivierende Ergebnis konnte im Jahre 1964 in Untersiemau wiederholt werden.
Das Jahr 1964 brachte einen Wechsel in der Vorstandschaft. Nachfolger des 1. Vorstandes Hans Kunzelmann wurde Bürgermeister Konrad Schnapp, der bis 1967 die Geschicke des Vereins mit gutem Erfolg leitete. Ab diesem Jahr fand sich Rudi Pusch bereit, die Verant-wortung zu übernehmen und dem Verein "in aufopfernder Weise zu dienen". Das Jahr 1965 hat sicherlich auch ihm Freude bereitet. "Ein großer wirtschaftlicher Erfolg im Jahre 1965 ermöglichte es uns, für jeden Musiker eine eigene Uniform anzuschaffen. Die Mützen dazu stiftete Jagdpächter Hofmann." Vorstand Rudi Pusch, dem späteren Ortssprecher, lagen das gute Miteinander mit anderen Vereinen und Gruppierungen wie auch das Brauchtum und ein buntes Dorfleben besonders am Herzen. So erwähnt das Protokoll in 1965 erstmals: "Ein mit dem Gesangverein gemeinschaftlich aufgeführtes Theater war ein großer Erfolg." Man hat im Jahr 1966 sogar in Wattendorf gespielt und fand noch in mehreren weiteren Jahren Freude am Theaterspielen.
"Das Jahr 1967 stand ganz im Zeichen des Musikertreffens in Isling." Laut Protokoll besteht die erfreuliche Veranlassung, die sehr gute Zusammenarbeit der gesamten Islinger Bürgerschaft und damit die innige Verflechtung des Musikvereins mit dem gesellschaftlichen Leben Islings hervorzuheben. Im Rahmen des sehr gut besuchten Festes, einem "machtvollen Bekenntnis zur Musik", wurde Michael Mahr völlig verdient zum Ehrendirigenten und Konrad Schnapp zum Ehrenvorstand ernannt. Es muss sehr schön gewesen sein, denn "der Bierumsatz stieg unaufhörlich". Ein großer Erfolg wurde den Musikern im gleichen Jahr in Neuhaus/Pegnitz beschert: im Rahmen des Bundesbezirks-Musikfestes erspielten sie sich den 1. Rang, diesmal in der Mittelstufe. Auf gute Aus- und Weiterbildung und die lohnende gute Investition in den Nachwuchs wurde schon immer - so auch heute - viel Wert gelegt.
Im Jahr 1969 wechselten wohl die Gefühle. Der Verein hatte das Ableben seines treuen Vorstandes bzw. Ehrenvorstandes Konrad Schnapp zu bedauern. Leute wie sie leben allerdings fort: durch den Geist, den sie hinterlassen haben in ihrem Engagement, ihren Idealismus, ihr Vorbild und ihre menschliche Größe.
Die dem Leid folgende Freude brachte der Wettbewerb "unser Dorf soll schöner werden". Isling erhielt als Bundessieger mit der Verleihung der Goldmedaille durch den Bundespräsidenten Heinemann das Prädikat "Golddorf". Ein Schreiben des damaligen Landrates Walther macht deutlich, dass "der Musikverein durch sein begeisterndes Auftreten im Jahr 1969 einen wesentlichen Beitrag zur Erlangung des Titels "Golddorf" leistete." Bei allen Kommissionen fanden die musikalischen Darbietungen höchstes Lob und Anerkennung. Walther schwärmt gar von den Islingern als Multiplikator des Musikwesens im Landkreis, die - wie heute - mit ihrem fetzig-frischen Stil ihr Publikum in Stimmung bringen. Und damals wie heute ist der Musikverein an der Pflege des Brauchtums und der Geselligkeit beteiligt - von Neujahr bis Weihnachten. Walther und die Kommissionen erkannten wohl: diese Musik, so wie sie dargeboten wird und die Leistungen der Islinger haben einen Hintergrund. Gold erhielten die Islinger nach Überzeugung des Verfassers in zweiter Linie für das "outfit", für das "Kleid" ihres Dorfes. In erster Linie erhielten sie Gold für ihr Herz, für ihre Seele. Gold erhielten die Islinger für ihr Miteinander, für ihre Geselligkeit und erhielten die Musiker für ihre idealistische Begeisterung, für ihr gelebtes Verflochten- und Verbundensein mit der Bevölkerung und den anderen Vereinen. Gold erhielten Isling und seine Musikanten für das Heimatgefühl, für dessen Entfaltung und Erhaltung sie in all den Jahren gesorgt haben und es noch heute tun. Und Gold erhielt Isling für die große Gastfreundschaft. Das Vorhandensein dieses reichen Innenlebens wird dadurch bestätigt, dass Isling noch heute, fast 40 Jahre nach der Auszeichnung, nach Überzeugung des Verfassers golden glänzt - und das kommt nicht von selbst. Es wird bestätigt von den vielen Gästen, die alljährlich Isling und seine Feste besuchen. Es sind Gäste und Freunde, die aus nah und fern kommen und sich hier - wie der Verfasser - wohl fühlen. Es sind Leute, die aus Michelau und Uetzing und Oberlangheim und Bad Waldsee und aus Celle und Essen und aus Gammellund und Seppenrade im hohen Norden kommen. Und es sind Leute, die ehemals in Isling gewohnt haben und sich mit ihrem Isling, mit ihrer Heimat verbunden fühlen - wie z.B. der ehemalige Musiker und frühere Schriftführer Günther Denscheilmann, der im Jahr 1955 in Isling geboren wurde und im Jahr 1975 infolge Heirat nach Marktzeuln verzogen ist. Wie sehr er seine Heimat nach wie vor schätzt, wird deutlich durch seine bereits im Alter von 14 Jahren begonnenen Aufzeichnungen und Sammlungen von umfangreichem "Material" über Isling und seine Vereine. Seine Liebe zur Heimat kommt zum Ausdruck z.B. in Gedichten, die im übrigen als "dorfgeschichtlich" sehr interessant anzusehen sind.
Und golden ging es im Jahr 1969 weiter. Ein weiteres Glanzlicht bildete das "große Musikertreffen im Rahmen eines Gartenfestes" im August dieses Jahres. Dank freund-schaftlicher Beziehungen zu den Islingern kommt die Kurkapelle Bad Waldsee (die Heimat von Hanne Schütz, Anneliese Weis dorthin verheiratet) nach Isling. Zu diesem Fest fand "eine kleine Völkerwanderung nach Isling" statt". Es muss ein sehr gelungenes Fest gewesen sein, denn der damalige Landrat Walther freute sich, "so ein schönes, goldenes, glückliches und strahlendes Dorf in seinem Landkreis zu haben". Erfreulich ergänzen konnten die Islinger Musiker das erfolgreiche Vereinsjahr am 31.8. in Ebersdorf, wo sie sich beim dortigen Bundesbezirksmusikfest in der Mittelstufe einen ersten Rang erspielten.
Die Zeit ab 1970, die Pro-Musica-Plakette und das 165-jährige Gründungsfest
Auch das Jahr 1970 weist ein umfangreiches, gewichtiges Auftrittprogramm auf: man spielte u. a. beim Schützenfest in Altenkunstadt. Stolz hebt weiter das Protokollbuch hervor: "Das Kriegerfest in Uetzing hatten wir musikalisch ganz übernommen, das trotz großer Hitze, die ja die Musiker am meisten zu schaffen machte, gut über die Runden ging." Für gute Stimmung sorgten die Islinger auch bei einem Freundschaftstreffen in der Nachbarortschaft Roth, an den Musiktagen in Hochstadt und am Freundschaftstreffen in Marktzeuln. Und die Islinger Musiker müssen einen entsprechend guten Eindruck hinterlassen haben, denn auch im folgenden Jahr 1971 wurden sie wieder nach Roth (zum Jubiläumssportfestes des 1. FC Fortuna), nach Alten-kunstadt und Marktzeuln geholt. Für die Zufriedenheit mit den Islingern spricht besonders, dass diese vom Radfahrerverein Concordia Altenkunstadt zum 40-, 45- und 50-jährigen Jubiläum engagiert wurden. Weiter waren sie für die Mitgestaltung des Sportfestes in Burgkunstadt, des Schützenfestes in Weismain und als Festmusik beim Heimatfest in Beikheim verpflichtet. Da gab es oft Hemden zu waschen und Hosen zu bügeln.
Im September 1971 berichtet das Tagblatt: "Oberfranken begeisterten in Essen". Die Islinger Musiker sprechen von ihrem "größten Auftritt und Erfolg" in diesem Jahr. "Es galt, bei den Europa-Meisterschaften im Pfeifenrauchen", zu denen die Islinger den Michelauer Pfeifenclub begleiteten, "den Abend festlich zu gestalten...Von vielen Seiten wurde uns versichert, dass noch nie eine solche Stimmung in diesem Saale herrschte."
Wo soviel Erfolg offenbar ist, da kann man sich höchst ehrenvoll als Dirigent "zur Ruhe setzen": der Vollblutmusiker Michael Mahr, musikalisch und menschlich ein Vorbild für Jung und Alt, übergibt aus Altersgründen den Dirigentenstab in die Hände von Hilmar Ebitsch. Über Michael Mahr schreibt das Protokoll: "Nur durch seinen Grundsatz und Liebe zum Verein erlangte die Islinger Musik so großes Ansehen." Der frischgebackene Dirigent Ebitsch "stellte sein Können" bereits im gleichen Jahr bei der "bunten Weihnachtsfeier" unter Beweis, die zusammen mit dem Männergesangverein im Saale Denscheilmann abgehalten wurde. Damit trat "der Männer-gesangverein, der seit dem Tod seines Dirigenten Albert Funk, Roth, nur noch papiermäßig bestand, zum ersten Mal wieder unter der Leitung seines neuen Dirigenten Hermann Baier in Aktion." 1. Vorstand war J. Paul, ein Teil der Sänger war auch beim Musikverein aktiv. Angesichts der vereinsübergreifenden Gesichtspunkte und verbindenden Elemente erscheint es dem Verfasser erwähnenswert, dem Gesangverein ein paar Worte zu widmen. Er wurde "kurz vor der Jahrhundertwende im Jahr 1899 gegründet. 1. Dirigent war Hauptlehrer Pregler. In den Kriegsjahren ruhte der Verein. 1969 verstarb der damalige Dirigent Konrad Schnapp. Ab 1979 ist der Verein aufgelöst".
Das erste Drittel des Jahres 1972 bescherte den Islinger Musikern einen ersten Höhepunkt in der Musiksaison: erster Vorstand Rudi Pusch und Ehrendirigent (!) Michael Mahr nehmen am 16.4. als hervorragende Auszeichnung - "denn nur wenige Vereine können diese Plakette ihr Eigen nennen" - in Erlangen die Pro-Musica-Plakette entgegen. Mit dieser Auszeichnung werden u.a. Kapellen belohnt, "die sich seit mehr als 100 Jahren um Gesang und Musik im deutschen Volksleben verdient gemacht haben". Mitbeteiligt an der Schaffung der Voraus-setzungen für diese Ehrung, u. a. des Nachweises des über 100jährigen Bestehens, waren - wie schon an anderer Stelle erwähnt - Geistl. Rat Schrimpf, Lehrer Johann Baier und die Vorstandschaft mit Günther Denscheilmann, die sich für diese Auszeichnung und mit Blick auf das 165-jährige Gründungsfest in anerkennenswerter Weise verdient gemacht haben.
Als das Fest der Feste in der bisherigen Vereinsgeschichte wird das Bundesbezirksmusikfest im Rahmen des 165-jährigen Jubiläums des Vereins im Juli 1972 bezeichnet, dem auf diese Weise eine besondere Würdigung durch den Nordbayerischen Musikbund, vertreten durch den Präsidenten Hans Bayer, zuteil wird. Das Tagblatt berichtet: "Über 30 Musikkapellen konkur-rieren beim Wertungsspiel um die besten Noten... und demonstrieren kraftvoll ein hohes deutsches Kulturgut. Reicher Fahnen- und Blumenschmuck war Ausdruck froher Gemeinschaft, aus der treue Liebe zur Heimat, aber auch frohe Verbundenheit zum dörflichen Brauchtum sprachen. Im Freitagsgarten wurde ein herrlicher Festplatz geschmückt und ein Riesenzelt aufgebaut." Höhepunkte waren der Massenchor mit "an die 1000 Musikanten" sowie die Auftritt der Festkapelle, der Knappschaftskapelle aus Amberg und der "Kleinen Kelmiser Sänger" aus Belgien. "Am Sonntag erlebte Isling einen Besucheransturm, wie noch nie es ihn gesehen hatte. Man dachte schon, Isling platzt aus den Nähten." 1. Vorsitzender Rudi Pusch freute sich, dass nach 10 verbliebenen Musikern nach 1945 nunmehr "durch konzentrierte Nachwuchsausbildung... 30 Musikkameraden aktiv im Verein tätig sind". Die Ehrendamen waren Waltraud Paul, Monika Pusch, Gundi Fischer, Elisabeth Holhut, Erika Fischer und Anita Gregor. Schirmherr war Landrat Walther. Angesichts der rund 5000 Besucher stellter er fest, "Isling rief und alle, alle kamen". Das große Festkonzert gestalteten die Musikvereine Amberg, Weißenbrunn, Glosberg und Hochstadt. Am Sonntagabend sorgte die Trachtenkapelle Wilhelmsthal für Hochstimmung. Insgesamt 98 hl Bier wurden ausgeschenkt.
Für die gute innere Gesinnung der Islinger Musikanten spricht u. a., dass diese zur Pilgerwallfahrt der Erzdiözesen München und Freising "den 15. Nothelfer spielen" durften. Sie hatten die Ehre, den Kardinal mit den per Zug - aber ohne Musik - angereisten Pilgern nach Vierzehnheiligen musikalisch zu begleiten.
Die Zeit ab 1973 und die Förderung des Nachwuchses
Das Jahr 1973 war geprägt von Trauer. Kurz nach seinem 73. Geburtstag verschied der "Pionier der fränkischen Blasmusik", der Ehrendirigent und "Ehrenkreisvorsitzende im Nordbayerischen Musikbund" Michael Mahr.
Dem bisherigen Vorsitzenden Rudi Pusch, der sein Amt niederlegte, folgte im gleichen Jahr Alfons Mahr als 1. Vorstand des Vereins. Man schafft eine neue Gesangsanlage "im Wert von über 6000 DM" an. Sicher war für diese Investition entscheidend, dass die Musikkapelle "überall einen klangvollen Eindruck hinterlassen" hat und die Musiker sich "in Hochform befanden", wie Dirigent Ebitsch und zweiter Bürgermeister Fritz Zapf bei der Jahreshauptversammlung 1974 voll Zufriedenheit befanden. "Zur Bedienung der Anlage wurden beauftragt Erwin Pusch und Nikolaus Fischer." Und mit Blick in die Zukunft konnte man die Anschaffung bedenkenlos tätigen, denn es standen dem Verein mit seiner 25 Mann starken "Senioren"-Kapelle 28 hoffnungsvolle Jungmusiker in Aussicht. Gut, dass es Idealisten gibt, die sich der Jugend annehmen, diese lehren und motivieren. Und dass man es richtig machte, bezeugt der Bericht zur Jahreshauptversammlung 1974: "Dirigent Hilmar Ebitsch sprach Dankesworte an Rudi Pusch und Herbert Mahr aus, die beide die Unterrichtung der Jungmusiker kostenlos übernahmen" und ihnen frühzeitig Auftritterfahrung verschafften. Schon nach gut zwei Jahren Ausbildung erspielten sich die auf Initiative des damaligen zweiten Dirigenten Herbert Mahr zu einer eigenen Jugendblaskapelle formierten Jungmusiker unter seiner Leitung beim Bundes-Bezirks-Musikfest des Nordbay. Musikbundes in Ludwigschorgast mit der Ouvertüre "Jagdschloss Waldenbuch" bei einem Wertungsspiel in der Unterstufe einen 1.Rang. Darüber haben sich gewiss die Eltern sehr gefreut, denn sie "haben die Instrumente aus ihrer eigenen Tasche bezahlt." Auf vielen folgenden Festen und Veranstaltungen zeigte sich, dass sich all die vorhergehenden Anstrengungen gelohnt hatten. So unterhielten die Jungaktiven z.B. zur Einweihung des Feuerwehrhauses oder sie spielten "mit Schwung und Elan" das neue Jahr an oder sie begleiteten eine Prozession. In Erinnerung gerufen sei, dass die fleißigen Jungmusiker im Jahr 1976 anlässlich der Weihnachtsfeier unter der Leitung ihres jungen Dirigenten zusammen mit der Akkordeon-Gruppe und dem Männergesangverein "einen überfüllten Saal unterhielten". An dieser Stelle sei hervor gehoben, wie tatkräftig und weitsichtig der Nachwuchs in Isling in all den Jahren gefördert wurde: durch viele Unterrichtsstunden und Fortbildungs-Lehrgänge, durch wiederholte Teilnahme an Blasmusik-Seminaren, Wertungsspielen und Leistungsprüfungen. Jungmusiker besuchten die Musikschule Küps bzw. die Berufsfachschule in Kronach, die sie mit Leistungsabzeichen abschlossen. Man verpflichtete den Dirigenten Herbert Maiwald aus Weismain, der sich in der Zeit von 1984 bis 1989 um die Ausbildung verdient gemacht hat. Unter dem heutigen Dirigenten Werner Schütz setzt sich die Förderung der Jugend engagiert fort.
Vielleicht wurden ja damals die befruchtenden Signale gestellt für die heutige Vielseitigkeit der Islinger Musikanten in Besetzung und Programm: es gab eine Akkordeongruppe, die 1974 in den Verein eingegliedert wurde und zur Weihnachtsfeier "ihr Debüt gab". "Unter der Leitung von Karl Trinkwalter, Marktgraitz, erreichte diese Gruppe Jungens und Mädels einen beachtlichen musikalischen Ausbildungsstand".
Ein Auftritt in Essen in 1975 verdient erwähnt zu werden, "wo die Islinger bis spät nach Mitternacht zum Tanz aufspielten" und dafür sorgten, dass das vom Lokalanzeiger für Steele, Kray und Ruhrhalbinsel angekündigte "original oberfränkische Gewächs" dem "bis auf den letzten Platz gefüllten Kuhhaupt-Saal" einen zünftigen Abend vermittelte.
Islinger Geselligkeit - das Lindenfest und andere Ereignisse im Jahresverlaufs
Wo soviel und so vielseitig und so begeistert und mitreißend Musik gemacht wird, da wird natürlich auch gerne gefeiert. Eines der herausragenden Feste ist das Lindenfest, von dem der langjährige verdiente Islinger Zeitungsschreibers Michael Haselmann oftmals berichtet hat. Seit Jahren ist dieses Fest, das auf dem schönen Dorfplatz um die alte Tanz-Linde stattfindet, bekannt und beliebt und gern besucht von Wandergruppen, von Prominenten und vielen Freunden, von Lichtenfelser Bürgermeistern und Stadträten. Es kommen Gäste eigens aus Essen oder Bad Waldsee oder Gammellund oder Celle oder aus Seppenrade. Sie alle wissen das reichhaltige musikalische Programm ebenso zu schätzen wie die Islinger Gastfreundschaft und die heimatlich-gesellige Atmosphäre. Neben den Islingern haben am Lindenfest in den vergangenen Jahren interessante Musikgruppen für Stimmung gesorgt wie die unvergessenen Lauterachtaler Boum aus der Oberpfalz oder haben Nachwuchsbands insbesondere die Jugend (und die Junggebliebenen) angesprochen. Ebenso reichhaltig wie das Musikprogramm ist immer dass "Verpflegungs"-Angebot: die Islinger Frauen - ein gelebter Beweis für die Verbundenheit und die Verflechtung im Dorfleben - sorgten mit Kuchen und Kaffee für eine gern angenommene Alternative zu den deftigen Grillspezialitäten. Bei nicht zu starkem Regen spannte man die Regenschirme auf bzw. besuchte ein wenig vermehrt die Bar, bei starkem Regen wurde auch mal beim "Philipp" weitergefeiert. Da gab es z.B. in 1975 Musik der Islinger vom Tonband des Erwin Pusch, und den Frühschoppen spielte hier die Akkordeongruppe mit Schlagzeuger "Otto". Aus 1985 wird berichtet, dass zwei Tage vor dem Lindenfest eine Kapelle ihre Zusage zurückgenommen hat. Dafür sprangen die drei Musiker des "Enzian-Express" in die Bresche und spielten zum Brucktanz auf.
Im Jahre 1978 übernahm nach dem Rücktritt von Hilmar Ebitsch der mit den Jungmusikern bereits erprobte Herbert Mahr den Dirigentenstab für beide Kapellen, die schließlich zu einer Einheit zusammen geführt wurden. Unter seiner Leitung leisteten die Islinger Musiker ihren musikalischen Beitrag zum 75-jährigen Gründungsfest der Islinger Soldatenkameradschaft. Sie gestalteten die Gedenkfeier am Ehrenmal und den Festkommers, sie begleiteten die Kirchen-parade und spielten zum Frühschoppen auf. Im gleichen Jahr legte Alfons Mahr sein Amt als 1. Vorstand nieder. Ihm folgte Otto Tribale, der seine Aufgabe mit Geschick, Besonnenheit und Kompetenz erfüllte, war er doch schon in den 50er Jahren in der damaligen Tanzkapelle "Edelweiß" mit Gesang und am Schlagzeug musikalisch aktiv.
Erwähnenswerte Tatsache ist, dass im Verlauf der Jahre kleinere Musikgruppen in und um Isling ihre Chance erhielten und gegenseitig befruchtende Kontakte fanden. Erlaubt sei dem Verfasser (als ehemals Beteiligtem) die Wiedergabe folgender Notizen: " Lustig und närrisch ging es an unserem Kappenabend zu. Für Stimmung in der Bude sorgte das Oberland-Trio. Beim Faschingsrummel am 25.2.1983 im Vereinslokal Weiß, begleitet von den Klängen des Enzian-Express (mit dem Dirigenten Herbert Mahr, Gottfried Wiehle und dem Verfasser) konnten wir einen feuchtfröhlichen Abend in den frühen Morgenstunden beschließen. Und zum Jahresende 1984 ist zu lesen: "A. Kerner umrahmte (wohl erstmals) den besinnlichen Teil der Weihnachtsfeier des Musikvereins. In den Folgejahren wird er von Michaela Brückner (jetzt Schütz), Simone Rupp (jetzt Betz) und Werner Schütz dabei unterstützt. Und wenn von Weihnachtsfeiern des Musikvereins die Rede ist, dann darf derjenige nicht unerwähnt bleiben, der den Nikolaus seit Jahren höchst witzig und unterhaltsam verkörperte: der zur dörflichen Institution gewordene Hans Fuß. Als sein würdiger Nachfolger erwies sich der Musiker Wilfried Tribale, musikalisch und witzig ein Trumpf der Kapelle. Das 70-jährige Bestehen des Mütter-vereins wird von den "Islinger Buam"umrahmt, vier Musikanten aus der Vereinskapelle, die auf eine kurze aber umso zünftigere Karriere zurückblicken können. Sie - der Richard Mahr, der Wilfried Tribale, der Günther Mahr und der Werner Schütz - haben mit ihrem Einfallsreichtum und ihrer Originalität in der Zeit von 1991 bis 1995 das weitere musikalische Geschehen ohne Zweifel spürbar beeinflusst. Weiter zu nennen ist der Islinger Oliver Mahr, der die Musikkapelle mit seinem als Alleinunterhalter gewonnenen musikalischen Knowhow und seiner Vielseitigkeit (Orgel, Schlagzeug, Gesang) bereichert. Er ist heute zusätzlich im Erfolgs-Duo Udo & Olli aktiv und setzt das musikalische Erbe der Mahr's in anerkennenswerter Weise fort.
Zurück zur Vereins- und Dorfgeschichte: "Eine ehrenvolle Aufgabe stellte sich uns am 12. Mai 1979. Mit Marsch- und Kirchenmusik begleiteten wir Erzbischof Elmar Maria Kredel und die Firmlinge zur Kirche." Am Pfingstmontag sorgten die Islinger Musiker "bei der Sportplatz-einweihung mit beschwingten Melodien für hervorragende Stimmung im Zelt." Ein unglaubliches Pensum verrichteten wir am 17.6.": kirchlicher Umgang in Trieb, Frühschoppen auf der Karolinenhöhe, Festzug und Abendprogramm am Burgkunstadter Schützenfest! "Musik kennt keine Grenzen" praktizierte man für die Gäste aus Vandalia am 24. Juli.
Die Zeit ab 1982 - das 175-jährige und weitere Jubiläen
Einen weiteren Höhepunkt in der Historie der Kapelle bildet das 175-jährige Jubelfest mit Kreismusikfest. Der Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes Hans Welscher stellte fest: "Es ist bemerkenswert, dass von 300 Einwohnern 30 Bürger sich der Musik verpflichtet fühlen". Der Musikverein habe das liebenswerte Bild des Ortes Isling mitgeprägt, in dem sich "die verbindende Kraft der Musik" zeige. Prominente Persönlichkeiten wie MdB Lorenz Niegel, viele Gast- und die Ortsvereine gaben dem Musikverein Isling die Ehre. "Einen tiefen Eindruck hinterließ bei allen Festteilnehmern der Gemeinschaftschor vor dem Festzelt". Am Samstagabend verwöhnten Stars von Funk und Fernsehen die zahlreichen Gäste. Da waren sie wohl noch nicht so teuer wie heute.
Durch das Jubiläum motiviert und gestärkt setzte sich das Vereinsleben fort: zu nennen sind in 1985 das Frühschoppenkonzert am Lichtenfelser Schützenfest und die Teilnahme an der 950-Jahrfeier der Stadt Kulmbach. Einen Wechsel gab es in der Vorstandschaft. Otto Tribale legte aus gesundheitlichen Gründen das Amt des 1. Vorsitzenden nieder, Erwin Pusch tritt in idealistischer Gesinnung an seine Stelle.
Im Mai des Jahres 1987 feiert man - festerfahren und festgelaunt wie man ist - voller Stolz das 180jährige Bestehen. Die Gäste stellen sich wie gewohnt in Isling ein und man feiert nach altem Brauch und Sitte. Das Protokoll berichtet weiter: "Unseren Musikfreunden aus Weismain verschönten wir am 19. Juni mit Stimmungsmusik und dem erstmaligen Auftritt unserer "Frau Meier" alias Gottfried Wiehle den Abend des Kirchweihfreitags." Wiehle (tätig im "Enzian-Express") wird in diesem Jahr als aktiver Musiker aufgenommen, um insbesondere den Gesang zu verstärken. Ein neuer Trend entwickelt sich.
Zu einem "Großeinsatz" waren die Islinger Musiker anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Obst- und Gartenbauvereins verpflichtet. Sie hatten ein umfangreiches Programm zu bewältigen: nach der Totenehrung und dem Festkommers am Freitag, der Kirchenparade, Gottesdienst, Frühschoppen und Festzug am Sonntag setzen sie am Abend "mit gekonnt dargebrachter Stimmungsmusik" einen musikalischen Höhepunkt. Der Musikverein war und ist eben für das Dorf und seine Vereine da. Er freut sich aber auch über jede Verpflichtung, in der er berechtigterweise seine Anerkennung und einen gewissen Lohn für sein Tun sieht.
Die gute Finanzlage - man spielte ja auch fleißig - und Zuschüsse waren es, die es dem Verein ermöglichten, im Jahr 1988 die Anschaffung einheitlicher schmucker Trachtenkleidung zu beschließen. Jedenfalls präsentieren sich die Mädels und Burschen seither schon recht schneidig. Erwin Pusch als alter und neuer Vorsitzender freute sich gewiss über das schicke Outfit seiner Aktiven.
Im Jahr 1990 bildete ein Ausflug nach Celle den Höhepunkt des Jahres - man reist gern, feiert gern, erfreut mit "zünftiger bayerischer Blasmusik, pflegt Freundschaften und fährt vom "vollen Erfolg" motiviert um ein (oder mehrere) Erlebnis(se) reicher nach Hause! Eine Dissonanz hatte das Vereinsleben durch den Rücktritt von Herbert Mahr als Dirigent zu verzeichnen. Seinen Idealen treu bleibend, kümmert sich Mahr in der Zukunft weiter um die Förderung der Jungmusiker. Edmund Zeulner übernimmt den Dirigentenstab und setzt - in Hammelburg geschult - die musikalische Erfolgsgeschichte schließlich konsequent fort.
Das 185-jährige Jubiläum im Jahre 1992 verdient angesichts der Ehrungen beachtet zu werden: für 30 Jahre Idealismus und Treue zur Musik wurden geehrt Lorenz Rupp und Herbert Mahr. Aufgrund seiner besonderen Verdienst um den Verein wurde Herbert Mahr für über 20-jährige Tätigkeit als Dirigent geehrt. Philipp Weiß, Alfons Mahr und Otto Tribale wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Da passte anschließend der Marsch "Alte Kameraden" bestens!
Im Jahr 1994 wird Rudi Pusch, "in den 60er Jahren wesentlich am Aufbau des Musikvereins beteiligt", zum Ehrenmitglied ernannt. 15 neue Jungmusiker sorgen für sorgenfreie Perspektiven.
Die neue musikalische Linie ab 1994 und der Einfluss des Multitalents Dirigent Werner Schütz
Im gleichen Jahr geht die Kapelle - so das Tagblatt - "neue Wege in der Blasmusik". Durch Zusammenarbeit mit dem staatlich anerkannten Dirigenten H.-J. Fischer aus Weißenbrunn sollen Methodik, Intonation und das Zusammenspiel eine Steigerung erfahren. Man will sich eben nicht allein auf das gute Ankommen mittels Stimmung und Show und aktuellen Hits verlassen, das seit der Zeit der "gelben Unterhosen von Frau Meier" zweifellos zu verzeichnen war. Natürlich wurde die neue Show- und Stimmungslinie zu einer "mordsgaudigen" Sache, die ein Bierzelt zum Kochen brachte. Weil's so schön war, mussten die Islinger Musiker z.B. den "Paul und sein Gaul", den sie am Brunnenfest 1990 musikalisch und körperlich mit einem Holzgaul umwerfend interpretierten, zum Frühschoppen am darauf folgenden Sonntag wiederholen. Und die Stimmungserfolge rissen nicht ab: "Ein Show- und Stimmungsabend mit dem erstmaligen Einsatz der Nebelmaschine (und bühnenreifen Showszenen) lief am 12. August anlässlich des Kirchweihmontages in Pfaffendorf vom Stapel, wofür wir Musiker einen rauschenden Applaus ernteten." Es entwickelten sich in dieser Zeit mehrere Showtalente wie z.B. der Markus Fischer als "der alte Häuptling der Indianer" und man "landete" gespielte Highlights wie den "Jodelautomaten" oder das vibrierende "Rock me". Oder man erinnert sich an einen Schützenfestauftritt in Marktzeuln, wo Werner Schütz - bereits voll Entertainer - die tobende Menge noch mit einigen Solozugaben zufrieden stellen musste. Man nutzte die Talente ebenso wie die Technik - man verfügte ja auch im Verein über zahlreiche, kompetente Technikspezialisten, allen voran den zur Institution am Mischpult gewordenen Erwin Pusch, der sich noch heute hinter seiner Anlage nicht langweilt.
Neue Ideen und Anstöße ließ man sich immer auch gerne von interessanten Musikgruppen geben. So lud man als Attraktion auf dem 2. Jubiläums-Lindenfest im Juli die begeisternden "Lauterachtaler Boum" aus der Oberpfalz ein. Und die Islinger Musiker ließen sich erkennbar erfolgreich inspirieren. Trotz aller Erfolge - oder gerade deswegen - nimmt die Pflege des Musikernachwuchses weiterhin einen hohen Rang ein. Wahrscheinlich ließen sich ja die jungen Leute vor allem auch vom fetzigen Sound der Kapelle und der Reflektionen des Publikums motivieren, sodass es im Jahre 1996 zum x-ten Male hieß: "Jungmusiker bestanden Leistungs-test". Wohl zurecht dankte Kreisvorsitzender Bieber dem "Ausbilder Herbert Mahr", der voller Stolz feststellen konnte, dass "mit einem Tubabläser eine kleine Musikkapelle komplett wäre".
Mit all den genannten Errungenschaften konnte man freudig dem 190-jährigen Bestehen in Verbindung mit dem Kreismusikfest im Juni 1997 entgegen sehen. Und der Musikverein hat mit seinen dankbaren Bürgern und vielen Gästen gefeiert und zusammen mit den teilnehmenden Blaskapellen "ein Stück Heimat vermittelt". Die Spitzenband "Schwarzenfelder Buam" und vor allem bis etwa 400 am Gemeinschaftschor beteiligte Musikanten aus 17 Kapellen sorgten für den Glanz dieses Festes. Der Ehrungsabend zu solch einem Fest macht den tieferen Grund für das Feiern deutlich: in der Ehrung langjährig treuer Idealisten zeigen sich die Wurzeln, die Seele, der Nährboden. "Der langjährige Dirigent Hilmar Ebitsch wurde für besondere Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Für 30-jährige aktive Musikertätigkeit erhielten Wolfgang Holhut, Günter Mahr und Erwin Pusch die Ehrennadel in Gold. Erwin Pusch wurde als der Motor im Verein besonders herausgehoben. Nikolaus Fischer wurde ausgezeichnet für 40 Jahre aktive Musikertätigkeit (und er bläst heute noch sein Tenorhorn). Er erhielt unter großem Beifall das Bundes-Ehrenzeichen in Gold. Welche Auszeichnung wird er wohl im Jubiläumsjahr 2007 erhalten? 10 Jungmusiker runden schließlich das Festjahr ab: erstmals in der Vereinsgeschichte errangen sie gemeinsam das Jungmusikerleistungs-Abzeichen in Silber.
Die Verbundenheit des Musikvereins mit den Islinger Vereinen zeigt sich wieder einmal am 13. September 1997: die Musiker spielen zur Sportheimeinweihung der SpVgg Isling.
Das Jahr 1998 war aus Sicht des Musikvereins sicher weniger spektakulär - aus Sicht des Verfassers schon! Zunächst stand der runde Geburtstag von Georg Denscheilmann im Kalender: ihm wurde zum 60. Geburtstag gratuliert. Dann berichtet das Protokoll: "Ein besonderes Geschenk machten wir unserem Mitglied Andreas Kerner zum 50. Geburtstag. Mit dem Bus ging's nach Oberlangheim, wo wir dort im Festzelt alle geladenen Gäste bis spät in die Nacht unterhielten." Der Geehrte und seine Gäste schwärmen heute noch davon. Für ihn war es ein Erlebnis, wofür er heut noch dem Musikverein sehr dankbar ist. Im selben Jahr wurde ein weiterer Jubilar erfreut: Anton Zechmeister erhielt zu seinem 60. Geburtstag ebenfalls musikalische Glückwünsche. Natürlich hat der Musikverein in all den Jahren zu vielen weiteren runden Geburtstagen seine musikalischen Glückwünsche überbracht.
Im Rahmen der Generalversammlung am 21.11.1998 übergibt Edmund Zeulner nach achtjähriger erfolgreicher Tätigkeit den Dirigentenstab an Werner Schütz. Und dieser hält ihn heute noch in seinen hochmusikalischen Händen. Er ist ein besonders herausragendes Beispiel für Idealismus und Heimatverbundenheit: trotz seiner vielseitigen musikalischen und gesanglichen Talente und trotz seiner vielen Erfolge bei seinem quirligen Einsatz bei den verschiedensten Musikgruppen - von der Kirchenband über die Kultband "Care free" bis zur Top-Formation "Die Bamberger" (wo nimmt er die Kondition her?) - ist er auf dem sprichwörtlichen "Teppich" und seiner Heimat treu geblieben. Der Autor ist überzeugt, dass diese Tatsache die Islinger Musiker wie alle Islinger Bürger überaus zu schätzen wissen. Unter seiner Regie kam der fränkisch-fröhlich-fetzige Stil zu einer völligen Entfaltung, sodass heute die Islinger Musikanten zu den gefragtesten Kapellen im Landkreis zählen. Dieses Prädikat "fränkisch-fröhlich-fetzig" haben die Islinger Soldatenkameraden anlässlich ihres 125-jährigen Geburtstages im Rahmen ihrer Einladungen kreiert - auf diese Feststellung legen sie Wert!
Am 125-jährigen Jubiläum der FFW Isling im Jahr 1999 zeigt sich wohl bereits der Einfluss des neuen Dirigenten, heißt es doch im Protokoll: "...brachten wir zuerst festliche, dann fetzige Musik dar". Und bezeichnend für die Nähe zu den Bürgern ist die Aufzeichnung: "Obwohl viele unserer Musiker im Festausschuss des Jubelvereins tätig waren und somit gehörig unter Stress standen, brachten wir unsere Auftritte recht gut über die Bühne." Die Fortsetzung der peppig-musikalischen Richtung bestätigt sich im August dieses Jahres: "Als ein absolutes Highlight in unserem Vereinsjahr entpuppte sich der Ausflug nach Seppenrade" am 13. August. Ein "bis auf die Haut durchnässtes Publikum sang mit und tanzte bis weit nach Mitternacht." Die Verbesserung der musikalischen Qualität - u. a. durch gute Ausbildung und verstärkte Einzelproben - war ja auch erklärtes Ziel des neuen Dirigenten Werner Schütz. Er konnte mit der Entwicklung gewiss zufrieden sein, die schließlich zur Anschaffung einer neuen Musikanlage im Jahre 2000 beigetragen haben dürfte, mit der das Klangbild nochmals entscheidend verbessert werden konnte. Damit konnten weitere Gesangstalente zur Entfaltung kommen. Heute bereichern gesanglich das Programm - jeder auf seine typische Weise : neben "Frontmann" Werner Schütz die Angie (Angelika Brückner), der Oliver Mahr und der Wilfried Tribale (wenn er nicht gerade mit gekonnt vorgetragenen Witzen und eigenen humoristischen Kreationen das Publikum in Stimmung bringt).
Für das Jahr 2001 ist erwähnenswert: Wilfried Cofal aus Gammellund wartet im Rahmen der Jahreshauptversammlung mit einer großen Überraschung auf. Er übergibt den Islinger Musikanten eine nagelneue Posaune, vom Fanclub Gammellund gestiftet - "dem ersten auf dieser Welt." Hier in Gammellund holten sich die Islinger auch in den folgenden Jahren wieder bei bester Umsetzung ihres bekannten Mottos ein überzeugendes Feedback und ihre hervor-ragende, anhaltende Motivation. Im Jahre 2002 war das Publikum am Lichtenfelser Schützenfest derart begeistert, "sodass auch dieser Abend länger wurde als im Vertrag stand." Fazit: Werner's Stil gefiel.
Im Jahre 2002 wird das gute, harmonische Zusammenwirken der Islinger Vereine und Bürger deutlich: im Dezember findet erstmals eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit dem Obst- und Gartenbauverein, der Soldatenkameradschaft und dem Musikverein statt. Die Jüngsten sind ebenso beteiligt wie die Alten - mit Wort- und Musikbeiträgen. Und der Verfasser freut sich, dabei sein und insbesondere mit Dirigent Werner Schütz verantwortlich tätig sein zu dürfen.
Für die Soldatenkameradschaft war es im Mai 2003 Verpflichtung, Dankbewusstsein und Ehre, "ihre" Islinger Musikanten zur Feier ihres 100-jährigen Bestehens zu engagieren. Zunächst sorgten diese für einen zünftigen Festauftakt am Donnerstag-Frühschoppen. Ganz bestimmt freuen sich heute die Islinger Musikanten, dass sie sich der Herausforderung, die Gedenkfeier zu gestalten, gestellt haben, sorgten sie doch für einen spielerischen Glanzpunkt in der Vereins- und Dorfgeschichte. Die Musiker beeindruckten durch die Begleitung des Zapfenstreiches in einer Weise, die die Besucher nicht so schnell vergessen werden. So hielt denn auch das Protokoll fest: "Unser Werner Schütz hatte uns in zahlreichen Proben bestens vorbereitet, sodass wir" - mit Blick auf den Schwierigkeitsgrad der Choral- und niveauvollen Marschmusik - "von allen Seiten mit guten Kritiken bedacht wurden." Gerne und aus voller Überzeugung bestätigt dies der Autor dieses Rückblickes. Unter dem schon genannten Motto "fränkisch-fröhlich-fetzig" ließen es die Islinger Musiker am Samstagabend im Festzelt "so richtig krachen" - und unter diesem Motto sind die Islinger Musiker seither weiter überaus erfolgreich und sorgen für Bombenstimmung und für auf den Bänken und Tischen tanzende Besucher wie z.B. im gleichen Jahr in Eichig oder 2005 in Serkendorf zum dortigen Feuerwehrjubiläum.
Ein höchst ehrenvoller Auftrag war den Musikern am 2. September 2003 übertragen: im Rahmen des Wahlkampfes zur Landtagswahl 2003 besuchte Ministerpräsident Edmund Stoiber das kleine Dorf Isling. Bei flotter Unterhaltungsmusik fühlte er sich im vollbesetzten 3000-Mann-Zelt sichtlich wohl. Am darauf folgenden Wochenende waren die Musiker erneut aktiv: sie trugen musikalisch ebenso stimmungsvoll wie festlich zur Gestaltung des Gründungsjubiläums des Islinger Obst- und Gartenbauvereins bei. Hier wie bei all den weiteren Auftritten war offen-kundig: "Ein Garant für diesen Erfolg ist natürlich die sehr gute musikalische Führung von unserem Werner Schütz" - und natürlich seine eigenen Musik- und Gesangsbeiträge.
Im Jahr 2004 übernahm Edmund Zeulner von Erwin Pusch, der dem Verein 19 Jahre vorstand, das Amt des 1. Vorsitzenden. Dirigent Werner hob mit seinem Dank für 19 Jahre währende gute, verantwortlich und demokratisch geführte Amtszeit hervor, dass der Musikverein unter der Leitung von Erwin Pusch zu einer erfolgreichen und gesunden Gemeinschaft herangewachsen sei. Besonders lobend erwähnte er die Nachwuchsarbeit während seiner Amtszeit. Für die menschliche Qualität und technische Kompetenz des Erwin Pusch spricht, dass er anschließend weiter seinen Platz am Mischpult eingenommen hat und diesen bis zum heutigen Tag in bewährter Weise innehält. Sein Platz in der Vereinsgeschichte ist festgeschrieben.
Ein Höhepunkt im Jahr 2004 war wieder der Vereinsausflug nach Gammellund in Schleswig-Holstein. Dies wird dadurch bezeugt, dass der Leiter des dortigen Fanclubs, Wilfried Cofahl eigens mit seiner Gattin und dem bekannten Isling-Fans Renate und Frank Sauer aus Essen zur Jahreshauptversammlung der Islinger angereist kamen. Begeistert übermittelte er herzliche Grüße von seinem Bürgermeister: "Oberfranken hätte keine besseren Repräsentanten schicken können."
Ein Jahr des Nachwuchses ist wieder das Jahr 2005: "Mit viel Erfolg unterzogen sich Katharina Mahr, Michaela Mahr, Matthias Holhut, Fabian Kraus und Steffen Zollnhofer der D 1-Leistungsprüfung des Nordbayerischen Musikbundes" und erhielten als Beweis ihres guten Ausbildungsstandes das Leistungsabzeichen in Bronze. Sie werden zusammen mit anderen Jungmusikern nach und nach in die Kapelle einbezogen.
Ausführlich berichtet die Homepage des Musikvereins von ihrer Beteiligung am Rosenfest in Seppenrade am 24.8.2005. "Die Islinger machten in den vergangenen Jahren so manchen Abend unvergesslich", so lautete die Ankündigung in den "Westfälischen Nachrichten". Dirigent Werner Schütz hatte seine Musikauswahl perfekt auf das tanzlustige Publikum abgestimmt. Bis in die frühen Morgenstunden herrschte tolle Stimmung und auf der Tanzfläche war fast kein Platz mehr frei. Einen wesentlichen Beitrag für den Erfolg leistete auch hier wieder der humorige, witzige, einfallsreiche, pointenreiche Conferencier Wilfried Tribale, der Garant für Stimmung und Frohsinn durch erheiternde Beiträge. Wer die Islinger Musiker begleitet, weiß, dass er ("nebenbei" Schlagzeuger und Sänger) immer für ein eigenes, höchst amüsantes verbales Zusatzprogramm sorgt - irgendwie auch Markenzeichen für die Islinger Musikanten oder/und eines der vorzüglichen Islinger Originale.
Und - der Erfolg der Islinger scheint für die Zukunft gesichert: im April 2006 absolvieren mit sehr gutem Erfolg Nadine Zeulner und Eva Schardt die Leistungsprüfung des Nordbayerischen Musikbundes. Und weitere 11 junge Musiker befinden sich bei vereinseigenen Ausbildern im Unterricht.
Und was steht weiter im Protokoll des dem Jubiläumsjahr vorgehenden Jahres 2006? "Mit vielen weltlichen und kirchlichen Auftritten hat sich unser Musikverein als Bereicherung im kulturellen Ortsleben wie über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht" - sich selbst und Isling, das goldig gebliebene Golddorf. Und sie haben sich einen guten Namen gemacht bzw. diesen gefestigt. Die Richtigkeit dieser Feststellung bestätigen die Islinger Bürger, die sich auf das Fest ihrer Musik mit freuen, mit anpacken, mit feiern. Durch die Verbundenheit und die Verflechtung im Dorfleben ist es in gleicher Weise ihr Fest. Sie werden sich dankbar an Kommunionfeiern, Hochzeiten, runde Geburtstage und viele andere Ereignisse erinnern. Die Richtigkeit bestätigen und den Dank zum Ausdruck bringen werden die Islinger Vereine, denen die Islinger Musikanten in den vergangenen 200 Jahren viele Feste und Anlässe verschönt haben. Ihnen anschließen wird sich die Kirche mit ihren Vertretern und der gesamten Pfarrgemeinde. Sie werden sich an die zahllosen Wallfahrten und Prozessionen erinnern, nach Maria Glosberg und Vierzehnheiligen, am Flurumgang, an Fronleichnam und zum Erntedank, um nur einige zu nennen. Und mit Freude werden sich die Gäste der Islinger und die vielen Zuhörer bei ihren Auftritten in der Nähe und in der Ferne an viele schöne, unterhaltsame festliche und lustige Stunden mit den Islinger Musikanten erinnern.
Dass es beim Erinnern nicht bleibt, dafür sorgt die rührige Vorstandschaft mit ihrem bewährten, souverän führenden 1. Vorsitzenden Edmund Zeulner (= 2. Dirigent), der voller berechtigtem Stolz seine Mannschaft in das außer-gewöhnliche Jubiläumsjahr und die weitere Zukunft führt. Er kann auf eine hoch motivierte, erfolgreiche Musiktruppe ebenso blicken wie auf ein eingespieltes, qualifiziertes Führungsteam: auf einen guten 2. Vorstand Jürgen Knauer, auf eine gute Schriftführerin Angelika Brückner, auf einen guten Kassier Helmut Holhut und nicht zuletzt auf den vielseitig wirbelnden Dirigenten Werner Schütz, der seit 1986 aktiv dabei ist.
Höhen und Tiefen sind im Vereinsleben ebenso normal wie im bürgerlichen Leben. Widrigkeiten können das Leben bereichern, denn jede Widrigkeit trägt den Keim des Positiven in sich. Wo ein guter Wille ist, ist immer auch ein guter Weg - für jeden Beteiligten. Der Verfasser ist überzeugt, dass der Verein seine "Auf's" und (eher wenigen) "Ab's" positiv umgesetzt hat. Für diese Auffassung und das langfristig gute Klima im Verein sprechen in überzeugender Weise Menschen wie der Nikolaus Fischer, Musiker seit 1956 und heute noch - mit über 46 Jahren - voll aktiv! Dasselbe bestätigen "langgediente", nun mit feiernde ehemalige Musiker und Vorstandsmitglieder wie Philipp Weiß, Rudolf Pusch und Hilmar Ebitsch. Die gleiche wohlklingende Sprache sprechen Gäste wie Franz Becker aus Essen, auf dessen Initiative hin mehrere Einladungen nach Essen zustande kamen. Susanne Wehlmann, die Tochter von Franz Becker, und ihr Ehemann Thomas haben im Jahre 1999 den ersten Auftritt in Seppenrade organisiert. Für die hohe Meinung über das "Geburtstagskind" spricht im Besonderen das Heimatgefühl und die Heimatverbundenheit, an deren Vermittlung der Musikverein seit jeher im großen Maß beteiligt war und ist. Und dieses Gefühl und diese Eigenschaften haben sich ehemalige Islinger bewahrt wie z.B. Bernhard Linke (Bruder von Martin Linke) und dessen Ehefrau Else, die Auftritte 1990 und 1992 in Celle organisiert haben. Die heimatlich-gesellige Atmosphäre haben kennen und schätzen gelernt Fans wie Martina und Wilfried Cofahl, der in Gammellund einen Fan-Club gegründet. Und nicht zuletzt wissen um das den Ort und die Heimat prägende Wirken des Musikvereins die Essener Frank und Renate Sauer, deren Mutter eine gebürtige Islingerin ist.
Ein überzeugendes Beispiel für gelebte Heimatverbundenheit wurde in Günther Denscheilmann aus Marktzeuln bereits am Anfang dargestellt. Ganz bewusst soll an dieser Stelle nochmals an ihn erinnert werden. Einige seiner bisher nicht veröffentlichten Dichtungen sind es wert, diese anschließend ausschnittweise zu präsentieren. Sie sind hoch interessant sowohl bezüglich der Islinger Dorfgeschichte (frühere Gewerbe) wie von Erinnerungen, die den Begriff "Heimat" verdeutlichen.
Und die weiteren Aussichten für den Verein: ein Beweis für das gute Klima und die gelebte Kameradschaft im Verein ist zweifellos die Art, mit der die Islinger Musiker ihrem Dirigenten im September 2006 zu dessen Hochzeit aufgewartet haben. Und für seine menschlich-hochstehenden Eigenschaften spricht wiederum, in welchem markanten Maß und mit welchem Willen, Wollen und Denken er das Hochzeitfest mit seiner Eva gefeiert hat. Mit seiner Verehelichung und seinem Hausbau in Isling dürften eigentlich die Weichen für sein weiteres hervorragendes Wirken als heimatverbundener Dirigent gut gestellt sein. Er hat die große Freude, zusammen mit der rührigen Vorstandschaft eine Mannschaft zu dirigieren, die alle guten Eigenschaften von ihren Vorgängern in Isling übernommen hat: sie spielt mit Idealismus und Begeisterung, sie lacht und feiert gerne (wie früher halten manche auch heute manchmal auch länger aus), sie pflegt die Geselligkeit und das Brauchtum, sie hält zusammen, sie hat keine Nachwuchsprobleme (im neunjährigen Felix Mahr befindet sich z.Zt. der jüngste Musiker in Ausbildung), sie ist hoch motiviert und andauernd erfolgreich. Und sie ist fest im Golddorf Isling, einem Dorf voller Musik und Poesie, verankert. In diesem Sinn: weiterhin alles Gute!
Andreas Kerner
| |